Jugendaufruf: Ausbildung und Übernahme statt Leiharbeit!

Veröffentlicht am: 2. November 2012
Dieser Beitrag wurde in unserer Kategorie "Landesverband" veröffentlicht

jugendaufrufJetzt aktiv werden und den Jugendaufruf „Ausbildung und Übernahme statt Leiharbeit“ unterstützen!

Immer mehr Jugendliche sind davon betroffen: Nach der Ausbildung gibt es keine Übernahme, sondern nur den Weg in die Leiharbeit. Selbst das Arbeitsamt schickt dich gleich zur Leiharbeitsarbeitsfirma weiter, manche Unternehmen stellen sogar nur noch über Leiharbeitsfirmen ein. Gerade für Berufseinsteiger wird es immer schwieriger in ein normales Arbeitsverhältnis zu kommen.

Denn: Leiharbeit boomt. Die Leiharbeitsbranche hat schon ca. 1 Millionen Beschäftigte. Mehr als ein Drittel aller freien Stellen werden mit LeiharbeiterInnen besetzt, in der Metallbranche sind es 85% der neu eingestellten. Für Jugendliche und junge Beschäftigte ist Leiharbeit eher Standard als Ausnahme: mehr als 40 % der U30-jährigen mit Vollzeitstelle bekommen ihr Geld von einer Leiharbeitsfirma. In manchen Betrieben werden Leiharbeitsquoten von 50 % erreicht. Denn Leiharbeit lohnt sich – für die Banken und Konzerne. Niedrigerer Lohn für die gleiche Arbeit, völlige Unsicherheit der Arbeitenden, weniger Rechte, keinerlei Mitbestimmung, Spaltung der Belegschaft – das sind zusammengefasst Bedingungen für LeiharbeiterInnen. Und auch die so genannten Stammarbeitsplätze sind nicht sicher: Fast 1/3 aller Betriebsräte berichten davon, dass diese mehr und mehr auch durch Leiharbeit ersetzt werden.

Mit niedrigerem Lohn, schlechteren Arbeitsverhältnissen, erhöhter Konkurrenz und Druck auf die Stammbelegschaft wollen die Konzerne ihre Profite steigern. Mit der faktischen Ausschaltung des Kündigungsschutzes werden wirtschaftliche Schwankungen und Krisen voll von den Unternehmen auf ihre Beschäftigten abgewälzt.

Schon in der letzten Krise war Leiharbeit das perfekte Mittel der Konzerne dafür: Statt Abfindungen zu zahlen und sich mit Kündigungsschutz rumzuschlagen, wurden 2009 still und heimlich insgesamt 650.000 LeiharbeiterInnen entlassen. Das neueste Instrument, um noch schlechtere Löhne und weniger Schutz als in der Leiharbeit durchzusetzen, sind die so genannten Werkverträge.

Für die Banken und Konzerne bleibt Leiharbeit aber ein großer Gewinn, auf unsere Kosten. Wir sagen: Leiharbeit widerspricht grundsätzlich unseren Interessen als Jugendliche. Wir wollen gleichen Lohn und gleiche Rechte für gleiche Arbeit. Die Ausweitung der Leiharbeit muss gestoppt werden und die Kolleginnen und Kollegen in Leih- und Zeitarbeit müssen alle in Festanstellungen übernommen werden.

Die Leiharbeit ist nicht das Problem einzelner KollegInnen, einzelner Betriebe oder einzelner Branchen. Der Kampf gegen Leiharbeit kann deshalb nur erfolgreich sein, wenn er nicht vereinzelt sondern überall gemeinsam geführt wird – im Betrieb und auf der Straße – von allen Lohnabhängigen, denn Leiharbeit schadet uns allen. Mit einem politischen Kampf für ein gesetzliches Verbot kann der Kündigungsschutz wieder hergestellt und die Spaltung der Kolleginnen und Kollegen überwunden werden.

Für eine sichere Zukunft brauchen wir ausreichend Ausbildungsplätze für Alle. Unternehmen müssen über die Umlagefinanzierung gesetzlich verpflichtet werden auszubilden – wer nicht ausbildet, muss zahlen!. Wir brauchen die unbefristete Übernahme im erlernten Beruft und feste Arbeitsplätze.

Darum:

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
  • Gesetzliches Verbot von Leiharbeit und Übernahme aller KollegInnen in reguläre Arbeitsverhältnisse!
  • Recht auf qualifizierte Ausbildung! Umlagefinanzierung jetzt!
  • Unbefristete Vollzeitübernahme im erlernten Beruf!

Den Aufruf und eine Liste zur Unterschriftensammlung kannst du auch als Kopiervorlage (PDF) herunterladen: Jugendaufruf.pdf

Weitere Links:

Neue Beiträge:

Sammlung von Unterstützungsunterschriften für den Wahlantritt der DKP

Für die DKP Unterschreiben Alle vier Jahre zur Bundestagswahl, in‘s Wahllokal gehen und dort sein Kreuz machen. Das ist alles, was die meisten von den Wahlen miterleben. Allerdings gibt es bis es überhaupt zu den Wahlen kommt einige undemokratische Hürden, mit denen...

Aktion gegen Alltagssexismus in Stuttgart West

Heute haben wir in Stuttgart-West auf den Alltagssexismus, dem Mädchen auf öffentlichen Plätzen und Straßen tagtäglich ausgesetzt sind, aufmerksam gemacht. Grund dafür ist eine Umfrage des Jugendrat West, wo herausgekommen ist, dass über 50% der Frauen und Mädchen...

Zeugnis für Frau Eisenmann

Eisenmann? 6,0! Das Kultusministerium war vor der Pandemie den meisten Leuten nicht wirklich ein Begriff, aber durch Corona wurde offensichtlich, was die Damen und Herren dort so alles im Griff haben sollten... und es wurde offensichtlich, dass unsere Kultusministerin...

Das Festival 2021 muss warten….

Liebe Freunde und Mitstreitende, die Pandemie hat uns nach wie vor in ihren Fängen. Nicht nur, dass sich diverse Mutationen breit machen, auch die Impfungen gehen nicht so schnell voran wie wir es uns wünschen. Wir sehen, dass ein konsequenter Lockdown aus...

Wie die „Schüler Union“ von den eigentlichen Problemen ablenken will

Wie die "Schüler Union" von den eigentlichen Problemen ablenken will - Eine Stellungnahme der SDAJ Baden-Württemberg Laut den Stuttgarter Nachrichten, warf der CDU-Jugendorganisation „Schüler Union“ Landesvorsitzende Adrian Klant in einem offenen Brief der GEW...

Interview: Azubis als billige Arbeitskraft in den Impfzentren des Klinikum Stuttgarts

Als SDAJ Stuttgart hatten wir die Möglichkeit, ein Interview mit Azubi Diana (Name geändert) zu führen. Sie arbeitet im Klinikum Stuttgart und ist Mitglied der "Kommunistischen Organisation". Sie berichtete uns von der Arbeit im Impfzentrum, dem Chaos, warum es für...

Jahresrückblick 2020

Nachdem wir erst Ende letzten Jahres unseren Landesverband Baden-Württemberg neu gründen konnten war 2020 für uns als SDAJ Stuttgart ein weiteres sehr erfolgreiches Jahr. So konnten wir verstärkt an Schulen aktiv werden und auch mit Arbeit in Betrieben Erfahrung...

Vom Lockdown zum Shutdown: Appelle an die Reichen, Einschränkungen im Privaten

Vom „Lockdown light“ in den Shutdown: Statt der in Aussicht gestellten Lockerungen werden die Corona-Maßnahmen ab Mittwoch weiter verschärft. Fast alle Geschäfte müssen schließen, die Schulen und Kitas sollen weitgehend dicht gemacht werden. Alkoholkonsum im Freien...

Plakataktion: Alles dicht aber Schulen auf? Unverantwortlich!

Scheinbar waren mehrere Schülerinnen und Schüler in Stuttgart unterwegs und haben Plakate von uns, an ihren Schulen aufgehängt und damit ihre Wut gegen die aktuelle miserable Situation zum Ausdruck gebracht. Wir haben einige Einsendungen zusammengestellt.  ...

Faschismus in Ulm

Vom 16. bis 21. November veröffentlichten wir täglich einen Beitrag zum Faschismus und Widerstand in unserer Stadt Ulm. Hier haben wir alle Beiträge nochmals zusammengefasst: Das erste...