[Tü] Aktionsbericht: Podiumsdiskussion an der Geschwister-Scholl-Schule

Veröffentlicht am: 10. Dezember 2013
Dieser Beitrag wurde in unserer Kategorie "Tübingen" veröffentlicht

???????????????????????????????Am letzten Mittwoch, den 4. Dezember, fand an der Geschwister-Scholl-Schule in Tübingen eine Podiumsdiskussion zum Thema Bildungspolitik statt. Die Veranstaltung war in Folge einer Flyeraktion der SDAJ und einer darauf folgenden Diskussion unseres Flugblatts im Gemeinschaftskundeunterricht einer neunten Klasse zustande gekommen. Neben der Jungen Union, den Jungen Liberalen, den Jusos und der Grünen Jugend waren auch wir durch einen Genossen (Paul Rodermund) auf dem Podium vertreten.

Die Schüler_innen beteiligten sich engagiert an der Diskussion, wobei deutlich wurde, dass die meisten von ihnen das „Turbo-Abi“ (also das achtjährige Gymnasium, „G8“) ablehnen, mehr Geld für Bildung einfordern und längeres gemeinsames Lernen, also die Gemeinschaftsschule, befürworten. Nach ihren eigenen Erfahrungen schließen sich Gemeinschaftsschule und individuelle Förderung der Schüler_innen keineswegs aus. Außerdem wurde klar, dass die Schüler_innen ein Bewusstsein davon haben, dass insbesondere in der BRD die Bildungschancen sehr stark von der sozialen Herkunft abhängig sind. Dass dies höchst ungerecht ist, lag für die meisten an der Diskussion beteiligten jungen Leute auf der Hand.

Unser Genosse Paul hat in der Diskussion deutlich gemacht, dass sich nur etwas zum Besseren verändert, wenn die Schüler_innen selbst aktiv werden und für ihre Interessen kämpfen. So wurde etwa in NRW vielerorts wieder das neunjährige Gymnasium eingeführt während durch Studierendenproteste in vielen Bundesländern die Studiengebühren abgeschafft wurden. Nicht nur haben wir als SDAJ auf den Widerspruch zwischen Worten und Regierungshandeln bei SPD und Grünen aufmerksam gemacht, sondern unser Genosse hat darüber hinaus klar gemacht, dass die herrschende Wirtschaftsordnung ursächlich für viele Probleme des Bildungssystems ist. So wurde beispielsweise das G8 maßgeblich auf Druck der Unternehmen eingeführt, wie andererseits viele Unterrichtsmaterialien heutzutage von der Privatwirtschaft finanziert bzw. bereitgestellt werden. Die Kapitalisten nehmen also ganz direkt und in zunehmendem Maße Einfluss auf die Gestaltung des Bildungssystems sowie auf die Lehrinhalte. Während Schüler_innen ein Interesse an umfassender Bildung, gemeinsamen Lernen und individueller Förderung haben, will das Kapital nur Menschenmaterial, das profitabel verwertet werden kann.

Diese Angriffe auf unsere Interessen als Schüler_innen können wir nur durch gemeinsame Kämpfe abwehren. Zugleich muss uns bewusst sein, dass wir diesen Interessensgegensatz letztlich nicht im Rahmen des Kapitalismus überwinden können, sondern dass wir für eine Gesellschaft, in der sich die Interessen der übergroßen Mehrheit der Menschen durchsetzen, also für den Sozialismus, kämpfen müssen.

Weitere Links:

Neue Beiträge:

Sammlung von Unterstützungsunterschriften für den Wahlantritt der DKP

Für die DKP Unterschreiben Alle vier Jahre zur Bundestagswahl, in‘s Wahllokal gehen und dort sein Kreuz machen. Das ist alles, was die meisten von den Wahlen miterleben. Allerdings gibt es bis es überhaupt zu den Wahlen kommt einige undemokratische Hürden, mit denen...

Aktion gegen Alltagssexismus in Stuttgart West

Heute haben wir in Stuttgart-West auf den Alltagssexismus, dem Mädchen auf öffentlichen Plätzen und Straßen tagtäglich ausgesetzt sind, aufmerksam gemacht. Grund dafür ist eine Umfrage des Jugendrat West, wo herausgekommen ist, dass über 50% der Frauen und Mädchen...

Zeugnis für Frau Eisenmann

Eisenmann? 6,0! Das Kultusministerium war vor der Pandemie den meisten Leuten nicht wirklich ein Begriff, aber durch Corona wurde offensichtlich, was die Damen und Herren dort so alles im Griff haben sollten... und es wurde offensichtlich, dass unsere Kultusministerin...

Das Festival 2021 muss warten….

Liebe Freunde und Mitstreitende, die Pandemie hat uns nach wie vor in ihren Fängen. Nicht nur, dass sich diverse Mutationen breit machen, auch die Impfungen gehen nicht so schnell voran wie wir es uns wünschen. Wir sehen, dass ein konsequenter Lockdown aus...

Wie die „Schüler Union“ von den eigentlichen Problemen ablenken will

Wie die "Schüler Union" von den eigentlichen Problemen ablenken will - Eine Stellungnahme der SDAJ Baden-Württemberg Laut den Stuttgarter Nachrichten, warf der CDU-Jugendorganisation „Schüler Union“ Landesvorsitzende Adrian Klant in einem offenen Brief der GEW...

Interview: Azubis als billige Arbeitskraft in den Impfzentren des Klinikum Stuttgarts

Als SDAJ Stuttgart hatten wir die Möglichkeit, ein Interview mit Azubi Diana (Name geändert) zu führen. Sie arbeitet im Klinikum Stuttgart und ist Mitglied der "Kommunistischen Organisation". Sie berichtete uns von der Arbeit im Impfzentrum, dem Chaos, warum es für...

Jahresrückblick 2020

Nachdem wir erst Ende letzten Jahres unseren Landesverband Baden-Württemberg neu gründen konnten war 2020 für uns als SDAJ Stuttgart ein weiteres sehr erfolgreiches Jahr. So konnten wir verstärkt an Schulen aktiv werden und auch mit Arbeit in Betrieben Erfahrung...

Vom Lockdown zum Shutdown: Appelle an die Reichen, Einschränkungen im Privaten

Vom „Lockdown light“ in den Shutdown: Statt der in Aussicht gestellten Lockerungen werden die Corona-Maßnahmen ab Mittwoch weiter verschärft. Fast alle Geschäfte müssen schließen, die Schulen und Kitas sollen weitgehend dicht gemacht werden. Alkoholkonsum im Freien...

Plakataktion: Alles dicht aber Schulen auf? Unverantwortlich!

Scheinbar waren mehrere Schülerinnen und Schüler in Stuttgart unterwegs und haben Plakate von uns, an ihren Schulen aufgehängt und damit ihre Wut gegen die aktuelle miserable Situation zum Ausdruck gebracht. Wir haben einige Einsendungen zusammengestellt.  ...

Faschismus in Ulm

Vom 16. bis 21. November veröffentlichten wir täglich einen Beitrag zum Faschismus und Widerstand in unserer Stadt Ulm. Hier haben wir alle Beiträge nochmals zusammengefasst: Das erste...