Alternative fürs Kapital: Alexander Gauland (POSITION #5/18)

Veröffentlicht am: 11. Februar 2019
Dieser Beitrag wurde in unserer Kategorie "Landesverband" und "Stuttgart" veröffentlicht

Alternative fürs Kapital (POSITION #5/18)
ALEXANDER GAULAND

Alexander Gauland ist der AfD-Vorsitzende, der nach eigenem Bekunden seine Feinde „jagen“ will. Er hetzt zwar gegen die etablierten bürgerlichen „Systemparteien“, doch ist er genauso Teil dieses „Parteienfilzes“, genauso wie CDU-Merkel, CSU-Seehofer oder SPD-Nahles. Der Lebenslauf von Alexander Gauland zeigt sehr offen, dass der Rechtsruck in Deutschland aus der sogenannten „politischen Mitte“ kommt und die AfD eine Folge der Politik der Herrschenden.

BILDERBUCH-VITA
Die Geschichte von Gauland beginnt in Chemnitz, wo er 1941 nach dem russischen Zaren auf den Namen Alexander getauft wird. Nach der Befreiung vom Faschismus legt er 1959 an der Friedrich-Engels-Oberschule in der damaligen Karl-Marx-Stadt sein Abitur ab. Doch danach verlässt er die DDR und geht ins kapitalistische Westdeutschland. Dort studierte er Jura im hessischen Marburg und Gießen. Nach dem Studium arbeitet er für zwei Jahre im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Danach arbeitet er ein Jahr im Generalkonsulat in Edinburgh. 1973 trat er dann in die CDU ein und wurde die rechte Hand des Oberbürgermeisters von Frankfurt am Main. Später war Gauland dann noch im Bundesumweltministerium tätig. Gauland war also schon vor Jahrzehnten mittendrin in der etablierten Politik.

IM INNER CIRCLE
Von 1987 bis 1991 leitete er die Hessische Staatskanzlei, das heißt er organisierte die politische Arbeitder hessischen Landesregierung. Dort kam es dann zur sogenannten „Gauland Affäre“, als er einen SPD-Beamten gegen dessen Willen absetzen wollte. Denn Gauland wollte an dessen Stelle lieber einen Freund aus der CDU mit rechtsradikaler Vergangenheit haben. Als dieser Fall vor Gericht kam, leugnete Gauland alles, weswegen er dann später auch keinerlei Konsequenzen zu befürchten hatte. Als die CDU dann die Landtagswahl 1991 in Hessen verlor zog sich Gauland aus der aktiven Parteipolitik zurück und wurde Publizist.Erstaunlich ist, dass in seiner Publizisten-Zeit niemand Berührungsängste mit dem rechten Opa hatte. Schließlich wurde er Herausgeber für die „Märkische Allgemeine“ und schrieb noch in anderen Zeitungen wie der konservativen Frankfurter Allgemeinen FAZ, die sich stolz „Zeitung für Deutschland“ nennt oder in Springers WELT, in Helmut Schmidts ZEIT, in der Frankfurter Rundschau und der Tageszeitung TAZ.

MIT DEN GROKO-PARTEIEN
Dass einer wie Gauland von allen eingeladen wurde, hat seinem Image sicherlich nicht geschadet. Regelmäßig hat er ein Forum für seine Rechts-Außen-Ansichten bekommen. So stellte Gauland mehrfach im „Politischen Salon“ der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung gemeinsam mit dem damaligen Generalsekretär der Brandenburger SPD Bücher vor. Zum Beispiel von einem gewissen Konrad Adam, der später auch einmal zum Bundesvorsitzenden der AfD wurde.2013 dann trat Gauland aus der CDU aus weil sie ihm „zu links“ geworden sei.Nach seinem Austritt gründete er die „Wahlalternative 2013“ aus welcher später die AfD hervorging. Jemand, der wie Alexander Gauland Politik im Inner Circle der Regierungspartei CDU gelernt hat undzusammen mit deren Koalitionspartner SPD Bücher vorstellt ist keine wirkliche Alternative zur menschenverachtenden Politik der großen Koalition. Wenn also die Politiker aus den etablierten Parteien den AfD-Gauland mal wieder beschimpfen, sollte man immer im Kopf behalten dass die ihn und die AfD erst groß gemacht haben. Eine echte Alternative bietet niemand von ihnen, die müssen wir uns schon selber erkämpfen.

[Jens, Stuttgart]

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Dieser Artikel ist aus der POSITION #5/18, dem Magazin der SDAJ. Du kannst es für 10€ jährlich abonnieren unter position@sdaj.org

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2019-01-23-Alexander_Gauland-Maischberger-1521.jpg

Lizenz: (CC BY-SA 4.0)

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